AL225, ca. 1960, 215 x 17 x 10 cm, Sakalava Frau trägt Reiter, AloAlo der Sakalava Ethnie, massiv aus einer Holzbohle gearbeitet , Region Beharona,
Allgemeines zum Ahnen- und Begräbniskult siehe Rubrikbeschreibung !
Die größte Volksgruppe Madagaskars sind die Sakalava im Südwesten der Insel. Die große Ethnie der SAKALAVA pflegt einen ähnlichen Totenkult wie die MAHAFALY. Die Sakalava Grabanlagen sind jedoch weniger prunkvoll und haben anstatt der pompösen Steingräber meistens einen hölzernen Palisadenzaun als Einfassung. An den Ecken dieses astrologisch ausgerichteten Grabes sind (ähnlich den AloAlo) beschnitzte Pfosten und Skulpturen angebracht, welche meist heilige Tiere darstellen, welche als Seelengefässe für den Razana des Toten dienen. Dies sind meistens Ibis, Höckerente, Zeburind, Krokodil und Chamäleon. Berühmt sind auch die Nackt- und Erotikdarstellungen der Ethnie (porno de sakalava), welche der Verehrung von Fruchtbarkeit, Zeugungsakt und Geschlecht dienten.
Auch androgyne, geschlechtslose Skulpturen sind verbreitet, weil man sich nicht festlegen möchte oder dies bei dem Objekt belanglos schien. Seit der prüden Kolonialzeit und in der späteren sozialistischen Phase wird dieser Kult jedoch verlacht und unterdrückt. Die SAKALAVA vollziehen regelmäßig sogenannte TROMBA Sitzungen das sind Versammlungen, bei denen ausgewählte Teinehmer in Trancezustände verfallen um so Kontakte mit den Ahnen zu erlangen. Die Skulpuren zeigen sehr oft die typische Lockenfrisur des Volksstammes. Die Gräber der südlichen Ethnien werden nach der Bestattung nicht gepflegt oder besucht. Meistens ist es den Familien sogar verboten die Grabanlagen zu passieren oder gar zu berühren. Damit man den Tod nicht in das Dorf holt werden die Grabanlagen immer ausserhalb der Nach einigen Generationen zerfallen die von der Witterung zerfressenen Stelen und man schichtet diese am Grabrand auf. Der bedeutende Kopfteil wird auch oft entfernt und getrennt aufbewahrt. Seitdem Europäer diese Kunstobjekte als Sammlerstücken entdeckt haben werden von den Familienmitgliedern auch AloAlo verkauft. Dies geschieht meistens über eine Person des Vertrauens in den großen Städten oder durch eine Reise in die Hauptstadt. Ein Grabraub ist jedoch (bei Verfolgung bis zum Tode) für alle Madagassen tabu ! Die hier angebotenen Skulpturen sind meistens diesen Weg gegangen und legal in unseren Besitz gekommen.
Dieser eindrucksvolle und sehr große Totem ist eine typische traditionelle AloAlo nach historischem Stil. Die untere Trägerfigur zeigt eine nackte Frau mit der eigentümlichen Lockenfrisur der südlichen Sakalava Ethnie. Die freie Darstellung der Nacktheit spricht für ein hohes Alter ohne kolonialen (katholischen) Einfluss.Auf Ihren Schultern trägt sie symbolisch das Universum, dargestellt durch 2 schön gearbeitete Fragmente mit astrologischen Motiven wie Halbmond, Sonne, Sterne und die Erde. Die Last des Universum lässt sich übertragen auf das irdische Leben, in welchem die Frau stets verantwortlich ist für Familie, Geburt und Haushalt. Als wichtige Kopffigur trohnt hier ein königlicher Beamter auf einem Pferd. Gut erkennbar sind die typischen "Napoleon" Hüte der kolonialen Besetzer, welche als Macht- und Ordnungsfiguren natürlich sehr eindrucksvoll auf die primitiven Ethnien des Südens gewirkt haben.
Das verwendete Hartholz Hazomalanga ist, auch wenn es so aussieht, nicht verrottet oder morsch ! Durch den Aussenaufenthalt an der Grabstätte ist die Dame jedoch stark abgewaschen, erodiert und verwittert. Der seltene Regen hat tiefe Rinnen in das Holz gewaschen und es gibt Abbrüche der letzten Jahrzehnte, z.B.der rechte Arm. Dieses sind sichere Altersindikatoren, die nicht künstlich erzeugt werden können, Fundort 1977 Sakalava Land zwischen Morandava und Tulear Südwest Madagaskar an einem stillgelegten Familiengrab.
Die echten AloAlo sind eine künstlerische Rarität, weil der Ahnenkult, welcher aus Papa Neuginea stammt weltweit nur in Madagaskar in diesen Stelen körperlichen Ausdruck fand. Die Ausfuhr von Kulturgut / Antiquitäten ist in Madagaskar streng limitiert. Unsere alten Originale sind teilweise schon seit 1979 im Familienbesitz und stellen durch den steigenden Sammlerwert auch eine fruchtbare Investition dar. (Reference Buch "Arts Anciens de Madagascar").
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