MF19, Vazimba, verschmitzter Kobold. Höhe 48 cm, Durchmesser 12 cm, 900 Gr., genaue Herkunft unbekannt, hergestellt ca. 1982. Erworben habe ich diese Figur aus einem Konglomerat einer Sammlung auf dem Kunstmarkt in Tulear, im Südwesten Madagaskars. Die Verkäuferin kam tief aus dem Mahafaly-Land und es handelt sich wohl um die Auflösung einer Künstlerwerkstatt. Die Schnitzer in der Region Betioky fertigen aus Treibholz großer Flüsse im Familienauftrag rituelle Figuren, darunter auch Grabstelen wie die berühmten AloAlo.
Fast wie aus einem modernen Trickfilm mit lustig-gruseligen Drachen scheint diese Figur zu entstammen. Ein rundlicher Leib mit langem Schwanz, große Tellerohren, Glubschaugen und ein hundeartiges Gesicht mit Oberlippenbiß lässt fast auf eine Comicfigur schliessen. Nachweislich entlehnen sich viele madagassische Künstler auch Motive aus VHS Filmen und Comic Heften vergangener Zeiten und verweben diese mit ihren eigenen traditionellen Geschichten.
Diese Figur befand sich, im Gegensatz zu den anderen Vazimbaskulpturen vorrangig im Inneneinsatz, vielleicht sogar in einem festen Haus. Das Holz ist nicht vom UV Licht weiß oxidiert, es gibt Reste von Öl oder Wachsfirnis.
Vazimba waren die eigentlichen Ureinwohner Madagaskars, ethnologisch nicht eindeutig nachgewiesen. Diese den Pygmänen ähnlichen sehr kleinwüchsigen Wesen sollen vor der Besiedlung Madagaskars schon dort nomadisch gelebt haben. Den Volksmythen nach haben die einwandernden Neulandbewohner aus dem indo pazifischen Raum diese gejagt und verdrängt. Manche Volksgruppen sollen sich auch mit ihnen durchmischt haben, manchmal sieht man in den Rassen wirklich sehr kleine Menschen mit relativ unförmigen Köpfen. Vielleicht ist in der Geschichtenwelt der Neuland- Madagassen eine Art Traumata verankert welche zur Mystifizierung dieser Ethnie führte. Die Vazimba nehmen in Madagaskar die Rolle unserer Feen, Zwerge und Kobolde ein. Es gibt unzählige, meist schaurige Geschichten und Sagen über Vazimba. In der südlichen Region Tulear verdeutlicht man diese in einigen wenigen Werkstätten auch figürlich und verkauft diese "Monster" als abschreckendes Beispiel oder zur Erziehung der Kinder über Regeln und Gebote. Über diese Fadys wacht dann der geschnitzte Vazimba.
Nach den spirituellen Auffassungen einiger Volksgruppen Madagaskars geht die Seele eines Verstorbenen (Razana) einen längeren Weg bis zum Ahnenreich und zum Schöpfergott Andriamanitra. Dabei kann Sie in verschiedenen Stationen auch in Tieren verweilen. Dies sind dann heilige Tiere wie Krokodil, Ibis-Vogel, Zebu-Rind, Chamäleon, welchen besondere Kräfte und mystische Eigenschaften zugesprochen werden. Sehr verbreitet ist somit auch der Glaube an Hexen, Tiermenschen, Zauber- und Mischwesen zwischen Mensch und Tier (bibi olona). Diese versinnbildlicht man dann auch oft in Skulpturen, Stelen und Masken.
Angaben zur Produktsicherheit
Herstellerinformationen:
Mahafaly
Analakely LOT
Antananarivo, Madagaskar, 101
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Mahafaly
Am Sandberg 6
Mecklenburg-Vorpommern
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