MF274, Vazimba, Kobold 2 kg, 40 x 15 x 15 cm, genaue Herkunft unbekannt, hergestellt ca. 1960. Erworben habe ich diese Figur aus einem Konglomerat einer Sammlung auf dem Kunstmarkt in Tulear, im Südwesten Madagaskars. Die Verkäuferin kam tief aus dem Mahafaly-Land und es handelt sich wohl um die Auflösung einer Künstlerwerkstatt. Die Schnitzer in der Region Betioky fertigen aus Treibholz großer Flüsse im Familienauftrag rituelle Figuren, darunter auch Grabstelen wie die berühmten AloAlo. Es handelt sich hier um eine Figur aus einer seltsamen künstlerische Nische im ohnehin schon außergewöhnlichen Ahnenkult der Madagassen.
Ein typischer Kobold mit verschmitzter Pose und hinterlistiger Absicht. Das Gesicht ist jedoch sehr fratzenhaft und abschreckend gestaltet. Diese Skulpturen dienen oft der Erziehung von Kindern und der Darstellung von Geschichten, ähnlich wie woanders Handpuppen oder Marionetten.
Hartholz, unbehandelt, weiß oxidiert, Trockenrisse
Vazimba waren die eigentlichen Ureinwohner Madagaskars, ethnologisch nicht eindeutig nachgewiesen. Diese den Pygmänen ähnlichen sehr kleinwüchsigen Wesen sollen vor der Besiedlung Madagaskars schon dort nomadisch gelebt haben. Manche Volksgruppen sollen sich auch mit ihnen durchmischt haben, manchmal sieht man in den Rassen wirklich sehr kleine Menschen mit relativ unförmigen Köpfen. Die Vazimba nehmen in Madagaskar die Rolle unserer Feen, Zwerge und Kobolde ein. Es gibt unzählige, meist schaurige Geschichten und Sagen über Vazimba. In diese werden auch Fragmente fremder Einflüsse eingewebt wie gesehene Filme, Abbildungen aus Comics und erzählte Geschichten, auch von Touristen. In der südlichen Region Tulear verdeutlicht man diese dann auch figürlich, als abschreckendes Beispiel oder zur Erziehung der Kinder über Regeln und Gebote. Über diese Regeln wacht dann auch der geschnitzte Vazimba.
Nach den spirituellen Auffassungen einiger Volksgruppen Madagaskars geht die Seele eines Verstorbenen (Razana) einen längeren Weg bis zum Ahnenreich und zum Schöpfergott Andriamanitra. Dabei kann Sie in verschiedenen Stationen auch in Tieren verweilen. Dies sind dann heilige Tiere wie Krokodil, Ibis-Vogel, Zebu-Rind, Chamäleon, welchen besondere Kräfte und mystische Eigenschaften zugesprochen werden. Sehr verbreitet ist somit auch der Glaube an Tiermenschen, Zauberwesen und Mischwesen zwischen Mensch und Tier (bibi olona). Diese versinnbildlicht man dann auch oft in Skulpturen, Stelen und Masken.
Angaben zur Produktsicherheit
Herstellerinformationen:
Mahafaly
Analakely LOT
Antananarivo, Madagaskar, 101
service@mahafaly.de
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verantwortliche Person:
Mahafaly
Am Sandberg 6
Mecklenburg-Vorpommern
Benz OT Balm, Deutschland, 17429
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